Kurzantwort: Bei einem Rohrbruch gilt: sofort das Wasser abstellen, den Schaden dokumentieren und einen Notdienst rufen. Dann die Versicherung informieren. Je schneller Sie handeln, desto geringer ist der Wasserschaden.
Schritt 1: Wasser sofort abstellen
Das ist der allerwichtigste erste Schritt. Jede Sekunde, die Wasser aus einem geplatzten Rohr austritt, vergrössert den Schaden - im Estrich, in den Wänden, an Böden und Möbeln.
- Hauptabsperrventil der Wohnung: In den meisten Hamburger Mietwohnungen befindet es sich im Keller, neben dem Wasserzähler oder unter dem Küchenschrank. Drehen Sie es vollständig im Uhrzeigersinn zu.
- Gebäudeabsperrung: Wenn Ihre Absperrung nicht funktioniert oder das Rohr vor Ihrer Wohnung liegt, rufen Sie die Hausverwaltung oder die Notaufnahme der Hamburg Wasser (Notruf 040 7888-0).
Schritt 2: Schaden dokumentieren
Noch bevor der Notdienst eintrifft, sollten Sie den Schaden festhalten:
- Fotos und Videos von der Bruchstelle, vom ausgetretenen Wasser und von allen betroffenen Böden, Wänden und Möbeln machen.
- Zeitstempel der Aufnahmen sichern (Handydaten reichen).
- Notieren Sie den genauen Zeitpunkt, zu dem Sie den Schaden bemerkt haben.
Diese Dokumentation ist für die Versicherungsabwicklung unverzichtbar.
Schritt 3: Strom sichern
Wenn Wasser in der Nähe von Steckdosen, Sicherungskästen oder Elektrogeräten austritt, schalten Sie den Stromkreis für den betroffenen Bereich ab (Sicherung herausdrehen). Wasser und Strom sind lebensgefährlich.
Schritt 4: Notdienst rufen
Ein Sanitär-Notdienst oder ein Rohrreinigungsbetrieb aus Hamburg mit Notfallbereitschaft kann den Bruch schnell lokalisieren, abdichten oder das betroffene Rohrstück provisorisch sichern. Wichtig bei der Auftragserteilung:
- Fragen Sie nach dem Stunden- oder Festpreis für den Notfalleinsatz.
- Klären Sie, ob Anfahrtskosten extra berechnet werden.
- Lassen Sie sich den Auftrag und den Preis mündlich oder per Nachricht bestätigen.
Schritt 5: Versicherung informieren
Rufen Sie noch am selben Tag Ihre Gebäudeversicherung (für Schäden an der Bausubstanz) oder Ihre Hausratsversicherung (für beschädigte Möbel und persönliche Gegenstände) an. Die meisten Versicherungen haben einen 24-Stunden-Notfallservice.
Wichtig: Viele Versicherungsverträge setzen voraus, dass der Schaden unverzüglich gemeldet wird. Eine Meldung am nächsten Tag kann zu Problemen bei der Abwicklung führen.
Was ein Rohrbruch kosten kann
- Notdiensteinsatz (Abdichtung, provisorische Reparatur): ab ca. 150 Euro, nachts/Wochenende höher
- Dauerhafte Reparatur (Rohrstück tauschen): 200-600 Euro je nach Zugänglichkeit
- Folgeschäden (Estrich, Fliesen, Wände trocknen): können in die Tausende gehen - hier trägt typischerweise die Gebäudeversicherung die Kosten
Wer zahlt den Schaden?
Bei einem Rohrbruch ist in der Regel die Gebäudeversicherung des Eigentümers zuständig, wenn das Rohr Teil des Gebäudes ist (Grundleitung, Steigleitung). Ist das Rohr innerhalb der Wohnung gebrochen und war kein Baumangel schuld, kann der Eigentümer einen Teil der Kosten auf den Mieter umlegen. Klären Sie das im Nachgang mit dem Vermieter und Ihrer Hausratsversicherung.
Vorbeugung
- Wasserabsperrventil regelmässig einmal im Jahr prüfen (dreht es sich noch?)
- Bei längerer Abwesenheit das Wasser abstellen (verhindert Frost- und Druckschäden)
- Leitungen im unbeheizten Bereich (Keller, Garage) gegen Frost schützen
- Verdächtige Feuchtigkeitsflecken an Wänden und Decken frühzeitig abklären lassen