Legionellen sind Bakterien, die in stehendem, lauwarmem Wasser wachsen können. In Hamburg sind besonders ältere Wohngebäude mit langen, kaum genutzten Wasserleitungen gefährdet. Beim Duschen werden winzige Wassertröpfchen eingeatmet und können bei empfindlichen Personen zu einer ernsthaften Lungenentzündung führen.
Wie entstehen Legionellen in Leitungen?
Legionellen vermehren sich am stärksten bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Lange Leitungswege, selten genutzte Zapfstellen wie Gästebäder oder Gartenleitungen sowie zu niedrig eingestellte Warmwasserbereiter sind typische Risikoumgebungen. Hamburg hat in der Vergangenheit mehrfach auf diese Problematik in Großanlagen hingewiesen.
Wer ist zur Legionellenprüfung verpflichtet?
Laut Trinkwasserverordnung müssen Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit zentraler Trinkwassererwärmung und mehr als 400 Litern Speichervolumen alle drei Jahre eine Legionellenprüfung durch ein akkreditiertes Labor durchführen lassen. Eigentümer von Einfamilienhäusern mit privater Wasserversorgung sind nicht direkt verpflichtet, aber dennoch verantwortlich.
Was können Sie selbst tun?
- Warmwasser auf mindestens 60 Grad einstellen: Bei dieser Temperatur werden Legionellen abgetötet. Der Speicher sollte kurze Zeit täglich auf diese Temperatur aufgeheizt werden.
- Selten genutzte Leitungen regelmäßig spülen: Gästebad oder Gartenzapfhahn einmal wöchentlich kurz öffnen und das Wasser durchlaufen lassen.
- Kaltwasser kühl halten: Kaltwasserleitungen sollten nicht neben Heizungsrohren verlaufen, da sonst auch dort die Temperaturen steigen.
Was tun bei Verdacht auf Legionellen?
Bei Symptomen wie Fieber, Husten und Atemnot nach dem Duschen sofort einen Arzt aufsuchen und auf Legionelleninfektion hinweisen. Vermieter unverzüglich informieren. Eine Wasserprobe kann beim Gesundheitsamt Hamburg oder einem zugelassenen Labor in Auftrag gegeben werden.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob mein Wasser mit Legionellen belastet ist?
Nur durch eine Laboruntersuchung einer Wasserprobe lässt sich eine Belastung sicher feststellen. Weder Geruch noch Trübung sind verlässliche Hinweise.
Ist Legionellenbefall in Hamburg häufig?
In älteren Hamburger Großanlagen werden bei Routinekontrollen gelegentlich erhöhte Werte gefunden. Bei konsequenter Warmwasserhaltung auf 60 Grad ist das Risiko jedoch deutlich reduziert.
Wer trägt die Kosten für eine Legionellenprüfung?
Die Prüfkosten trägt der Vermieter. Sie dürfen in Hamburg als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden, sofern das im Mietvertrag vereinbart ist.