Biofilm ist eine schleimige Schicht aus Bakterien, die sich auf den Innenwänden von Abflussrohren absetzt. Er riecht unangenehm, kann den Wasserfluss verlangsamen und ist in Hamburger Haushalten ein häufiges, aber oft übersehenes Problem. Anders als eine klassische Verstopfung blockiert Biofilm das Rohr nicht vollständig - der Abfluss läuft, aber er stinkt und wird mit der Zeit langsamer.
Wie entsteht Biofilm?
Biofilm bildet sich überall dort, wo es dauerhaft feucht ist und organische Substanzen vorhanden sind: Hautschuppen, Haare, Seifenreste und Essensreste dienen als Nährboden. Bakterien heften sich an die Rohrwand, scheiden eine schützende Schleimschicht aus und vermehren sich. In Küchen und Badezimmern sind Biofilme besonders häufig.
Schritt-für-Schritt: Biofilm beseitigen
- Sieb und Stopfen entfernen und mit einer Bürste gründlich reinigen.
- Eine großzügige Menge Backpulver oder Natron in den Abfluss geben.
- 100 ml weißen Haushaltsessig (5 %) nachschütten. Das Gemisch schäumt und löst den Biofilm von den Rohrwänden.
- 30 Minuten einwirken lassen, dann mit heißem (nicht kochendem) Wasser kräftig nachspülen.
- Für hartnäckigen Biofilm: Einen Enzymreiniger über Nacht einwirken lassen. Enzyme bauen die organische Matrix des Biofilms gezielt ab.
- Einen langen, flexiblen Abflussreiniger (Borsten-Spirale) in das Rohr führen und die Wände mechanisch schrubben, falls der Geruch bleibt.
Vorbeugung in Hamburger Haushalten
Wöchentliches Nachspülen mit heißem Wasser - zwei bis drei Liter - verlangsamt die Biofilmbildung deutlich. In Hamburg wird durch das maritime Klima oft mehr geheizt und geduscht, was die Feuchtigkeit in den Rohren erhöht. Wer einen Haarfang im Duschablauf nutzt und die angesammelten Haare regelmäßig entfernt, verhindert einen der wichtigsten Nährböden für Biofilm.
Häufige Fragen
Ist Biofilm im Rohr gesundheitsschädlich?
In der Regel nicht unmittelbar gefährlich, da er im Abfluss bleibt und nicht mit Trinkwasser in Berührung kommt. Unangenehme Gerüche sind jedoch ein Zeichen dafür, dass Bakterien aktiv sind, und sollten aus hygienischen Gründen beseitigt werden.
Warum kommt der Biofilm immer wieder?
Biofilm bildet sich neu, solange Nährstoffe und Feuchtigkeit vorhanden sind. Regelmäßige Pflege (einmal pro Monat) verhindert, dass er sich wieder so stark aufbaut. Ein Einmalreinigen reicht auf Dauer nicht aus.
Kann Biofilm eine Verstopfung verursachen?
Ja. Wenn Biofilm sehr dick wird und sich mit Haaren und anderen Rückständen verbindet, kann er den Rohrquerschnitt so weit verengen, dass der Abfluss stark verlangsamt oder blockiert wird. In dem Fall hilft eine mechanische Reinigung mit einer Spirale.